16. Februar 2020

Buchpremiere: „Eigentlich wollte ich keine Kohlrüben kaufen“ von Anders Haahr Rasmussen

Ein lustiger und spitzfindiger Kochbuchroman ü ber Essen als Eskapismus, Genuss, Flucht und Identität. Eigentlich wollte ich keine Kohlrüben kaufen von Anders Haahr Rasmussen erscheint am 22.02.2020 im Nord Verlag.

Wie handelt man richtig? Wie kann man nicht nur die richtigen Meinungen haben, sondern tatsächlich auch nach ihnen handeln? Amanda ist Anfang dreißig, Vegetarierin und Soziologin. Sie ist der Inbegriff der politischen Korrektheit und trotzdem irgendwie unsympathisch, heuchlerisch und manchmal wirklich over the top

„Anders Haahr Rasmusssen hat es geschafft: Er verbindet Zeitbild und Gesellschaftsdebatte mit der richtigen Menge an Ernst und Humor, aus einer einzigartigen Perspektive: Amanda.”

litteratursiden.dk 

Wir begegnen Amanda in ihrer Küche in Brooklyn, in der sie ihren Tag und ihr Leben reflektiert, ü ber Freunde urteilt und sich selbst als im Grunde ziemlich gute Person beschreibt. All das geschieht, während sie aus wenigen Zutaten das Bestmögliche rausholt, Reste verwertet und durch ihre Mahlzeiten versucht, die Welt zu retten. Aber einfach ist das nicht. Denn schließlich ist sie auch Doktorandin in Soziologie an der New York School of Technology, kommt gerade aus einer längeren Beziehung und weiß nicht so genau, was sie will. 

Eigentlich wollte ich keine Kohlrüben kaufen von Anders Haahr Rasmussen erschien im dänischen Original 2018 unter dem Label Kochbuchroman. Um wirklich danach zu kochen, braucht man allerdings etwas Fantasie. Immerhin beginnt jedes Kapitel mit einer Zutatenliste, die anschließend verarbeitet wird, während Amanda mit sich und ihrem Publikum spricht. 

„Amanda macht einerseits deutlich wie schwierig es ist, aufrichtig in dieser Gesellschaft zu leben, und andererseits, dass es auch Augenblicke voller Hoffnung und Licht gibt, die es trotzdem noch ermöglichen, echte Verbindungen zu einander, zu Gemü se und den Vö geln zu haben. Für mich sollte das auch Aufgabe der Literatur sein: Diese Herausforderungen aufzuzeigen, ohne zynisch zu werden.”

– Anders Haahr Rasmussen im Interview mit der Zeitung Politiken 

In Dänemark wurde der Roman für den dänischen Debütantenpreis nominiert. Die Art, wie er Journalismus, Literatur und Essay in einer humorvollen und zugänglichen Sprache vereint, hat sowohl Presse als auch LeserInnen direkt überzeugt. 

Das Buch erscheint 22.02.2020. Die öffentlich Buchpremiere findet am Tag davor in der Berliner Buchhandlung Uslar & Rai statt. Mehr Info hier.

14. November 2019

„Autofiktion ist tot – Es lebe die Exofiktion!“

... so schrieb die größte dänische Zeitung Politiken 2017 in einem Artikel über die neue, aus Frankreich stammende Tendenz, Exofiktion – Literatur, die die persönliche Geschichte einer historischen Person inszeniert.

Eines der ersten Bücher in dieser neuen Tendenz erschien 2016 in Norwegen und Dänemark, geschrieben von der Kunstwissenschaftlerin Kirstine Reffstrup. Die historische Person heißt hier Unica Zürn, die damals wie heute weniger für ihren eigenen Werken bekannt ist, als dafür, dass sie die Frau des deutschen Künstler Hans Bellmer war.

Kirstine Reffstrup hat originales Material aus Zürns Hand bearbeitet und auf diesem Fundament ihre Lebensgeschichte neu betrachtet. Mit einer Mischung aus Zitaten und Reffstrups eigener Fantasie und bilderreicher Sprache, entwickelt sich die Geschichte einer Emanzipation, einer Zerstörung und Neuaufrichtung eines Ichs, und von einer Zeit, in der Europa genau so zerrüttet war, wie der Geist der fiktiven Unica Zürn. 

Die Handlung

Es ist 1957, das Künstlerehepaar Unica und Hans hat sich vom Leben in Paris und Berlin in ein Haus im französischen Dorf Ermenonville zurückgezogen. Als Hans eines Tages einen Brief eines Kunsthändlers erhält, der ein neues Werk kaufen möchte, beginnen er und Unica damit, dieses Werk zu schaffen: Eine Puppe in Lebensgröße. Während Unica die Jacke der Puppe näht, verliert sie sich langsam in den Erinnerungen an ihr früheres Leben vor und nach dem Krieg in Berlin und in der Abgeschiedenheit des Hauses.

Die Autorin

Kirstine Refstrup, geboren 1979, ist Kunsthistorikern und hat Abschlüsse von der Akademie derSchreibkunst in Bergen und der schwedischen Autorenschule Litterär Gestaltning, in Göteborg. 2013 hat Kirstine Refstrup Unica Zürns Hexentexte übersetzt. 2016 erschien ihr Debütroman Ich, Unica (Im Original: Jeg, Unica). Eine literarische Fantasie über historische Personen, die Zeichnerin und Autorin Unica Zürn und ihren Mann, den Künstler Hans Bellmer. Ich, Unica erschien gleichzeitig beim Verlag Oktober in Norwegen und bei Gyldendal in Dänemark, und 2018 in Schweden beim Verlag 10tal.

Nord Verlag

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Kopenhagen, 2020

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