25. November 2018Comments are off for this post.

Interview bei Wunderbuzz

Die Verlegerin, Camilla Zuleger, hat mit Wunderbuzz.com über Inspiration, Internet und Anfänge gesprochen:

Generally, I think I’ve to a great extent underestimated the business I was getting into. Paper, books, and poetry as my first two books are, is not in any way a lucrative business from day 1, nor is it easy getting fast anywhere. And I think that’s my biggest challenge, the pace of it all. I’m in no way a patient person, and I don’t like waiting for things. I want everything, and I want it now. But still, I consider the fact that I underestimated it a big asset: I’m sure, I would’ve never have done it, had I known what I was getting into, and today, standing in the midst of it with books everywhere in my home, I couldn’t imagine not having done it.

- wunderbuzz.com

Hier kannst du das ganze Interview lesen

25. Juli 2018Keine Kommentare

Libertine Magazin #7

In der neuen Ausgabe des Libertine Magazins empfiehlt die Redaktion „Warum bin ich so traurig, wenn ich doch so süß bin!“ von Ingvild Lothe. Libertine #7 untersucht das Glück im Norden mit den Fragen: Warum schneiden skandinavische Länder beim World Happiness Report eigentlich immer so gut ab? Hängen Glück und Gleichberechtigung zusammen? Und welche Rolle spielt die Natur?

Glücklich ist das Ich bei Lothe nicht unbedingt – wir aber sehr über die Empfehlung ?

29. Juni 2018Keine Kommentare

Neugefickt und froh – Interview mit Ingvild Lothe

Ingvild Lothe schreibt über die Verletzbarkeit in einer Zeit, wo Unverletzlichkeit das Ideal ist

Ingvild Lothes Warum bin ich so traurig, wenn ich doch so süß bin?  ist ein Buch über die persönliche Katastrophe, über Depression und darüber, Verletzbarkeit im selben Körper zu tragen, in dem man auch die Erinnerung an das Kind, das man einmal war, hat. Es ist ein verletzliches Ich, eine helle skandinavische Frau, die im Gedichtband spricht, und es ist nicht schwer sich vorzustellen, dass es die eigene Geschichte Ingvild Lottes ist, die Gegenstand für die künstlerische Bearbeitung war. 

Es sind autobiographische Gedichte, wie es im Norden heißt, mit politischer Wut und einem scharfen und leuchtenden poetischen Blich für die Konsequenzen in einer reichen und guten Gesellschaft aufzuwachsen: Eine Gesellschaft, in der man dachte, Glückseligkeit wäre einfach zu erreichen, aber es sich zeigt, dass es schwierig ist Glück festzuhalten und es wird noch schwierig daran zu glauben –  weil die persönlichen Katastrophen, die Forderung perfekt zu sein, der perfekte Körper und die produktive Gedanken immer größer werden, in einer anscheinend fehlerlosen Gesellschaft. 

Die Gedichte in Warum bin ich so traurig, wenn ich doch so süß bin? haben als Ausgangspunkt die körperliche Erfahrung der Depression, wenn die Angst sich zeigt, wenn die Gesellschaft  zu viel von uns fordert, wenn wir das Gespür für die Grenzen zwischen der psychischen Wirklichkeit und der physischen verlieren. Aber der Körper vergisst nicht, der Körper erinnert und trägt das Erlebnis von Missbrauch und Gewalt mit sich: 

“Ich würde was über die schlechten Erlebnisse in Bezug auf Intimität sagen. Dass können böse, sexuelle Erlebnisse sein, es kann Gewalt sein. Und um weiterzukommen, oder, um wieder zu trocknen, ist der Körper dazu gezwungen, die schlechte Erlebnisse zu vergessen”, sagt Ingvild. 

In den Gedichten von ihr, wird die körperliche Verbindung zur Welt politisch. Wir sollen unsere Verbindung mit der Materie wiederentdecken. Das Internet hat unsere Verbindung zur Welt kaputt gemacht, wie Ingvild schreibt, und es ist diese Verbindung, die sie in ihren Gedichten untersucht. Es ist die kindliche, noch-nicht-zivilisierte Einstellung zur Welt, wie ein unbewusster Blick auf das Dasein, ein kindliches und physisches Verständnis der Wirklichkeit, erklärt sie: 

“Ein Kind versteht nicht unbedingt Die Situation, in der sie sind und mit der sie sich abfinden. Wenn das Kind größer wird, lernt es die Situationen aus einem neuen Blickwinkel zu betrachten, und da entsteht die Erschöpfung, und diese kann groß sein!” 

Die Offenheit des Kindes und die nicht-bewusste Einstellung zur Welt wird in Warum bin ich so traurig, wenn ich doch so süß bin? in einen Raum verwandelt, in den die Gesellschaft nicht eindringen kann, ein Raum in dem man sich selber vergisst und Kontakt zum eigenen Körper wieder findet, wie neugefickt und froh zu sein, wie Butterblumen zu pflücken und froh zu sein, wie das Kind, das man einmal war. 

Interview von Mikkel Andersen, Übersetzung Lars Bliesener

6. Juni 2018Keine Kommentare

Literarisches Sixpack mit Ingvild Lothe

Unsere Freunde bei Blog Bohème haben Ingvild Lothe nach ihrem Literarisches Sixpack gefragt. Lies hier warum u.A. Anne Carson, Colette und Unica Zürn unter ihren Favoriten sind.

Hier lesen

5. Juni 2018Keine Kommentare

„Es ist OK, die Welt für eine Weile zu vergessen“

Wir brauchen neue Lösungen für die Zukunft der Welt. Soziale, politische und ökologische Lösungen. Das ist schon seit langem klar. Und seit noch längerem ein Thema, das öfters in der Literatur des Nordens aufgenommen und bearbeitet wird. Nicht zuletzt in GOLD von Victor Boy Lindholm, wo das Ich die Schwierigkeit erlebt, eine Balanze zwischen, was er will und und was gut ist, zu finden. Oder: Wie man damit klarkommt, dass man die Welt nicht retten kann, und immer noch Partys, Cluburlaube und ein iPhone will, während die Welt vor seinen Augen brennt. Es gibt keine easy Lösungen, und GOLD wird auch nicht dein schlechtes Gewisse erleichtern. Vielleicht aber, bietet es etwas anderes: Eine Art Trost, durch jemanden der dich versteht und keine weiteren Fragen stellt. Aber auch eine Empörung über eine Welt, die sich 100% in die falsche Richtung bewegt. Wir haben Victor gefragt, wie politisch sein Debüt eigentlich ist, und welche Rolle die Kunst in der Politik spielen könnte oder eben nicht mehr spielen darf.

GOLD schreibt sich in der modernen Kritik der rechtsradikalen Bewegungen in Europa hinein, besonders personifiziert in dem dänischen Politiker Morten Messerschmidt. Ist alle Literatur politisch?

Literatur ist eine andere Sprache als das Politische, und genau deswegen muss die Literatur Teil der Welt sein. Man hat eine merkwürdige Vorstellung von Literatur, wenn man denkt, dass sie nicht, in irgendeiner
Art und Weise, von der Ordnung der Dinge handelt. Alle Literatur handelt von der Welt und ist auf diese Art politisch. Aber man darf Politik hier nicht als einen administrativen Begriff, sondern eher als eine Sicht auf die Welt betrachten. Blickwinkel, Stil und Stimmen eines Textes sind immer politisch, durch diese Fragen, die man dem Text stellen kann: Von wo aus wird erzählt? Wie repräsentieren die Sprache und damit der Stil den Inhalt? Und wer hat das Recht im Text zu sprechen? Deswegen ist die Diskussion über eine nicht-politische Literatur trivial. Wenn Literatur weltfremd ist, ist das eine politische Handlung, genau wie die Isolation eines Mönches von der Welt. Ein Rückzug von der Welt ist immer eine politische Handlung.

Im Buch werden mehrere politische Positionen bezogen, nicht nur  gegen den Rechtspopulismus, sondern auch als Kritik am modernen Leben und daran, dass das Klimaproblem ignoriert oder geleugnet wird. Wie kann Kunst Politik beeinflussen?

Ich mache mich keine Illusionen davon, dass die Kunst länger Politikern beeinflussen kann. Es ist als ob, das Gespräch aufgehört hat; dass die Politiker nicht mehr Literatur als etwas betrachten, die die Welt beeinflusst; dass sie eher ein kurioser Fremdkörper ausmacht, die man vor sich in ausgestreckter Arm halten kann, um sie zu bewundern. Aber Menschen lesen immer noch. Das ist das Wichtige. Menschen sind immer noch empfänglich für die Literatur und die Gegensprache, die es gegenüber von der politische gibt.

Wird GOLD die Welt retten?

Genau deswegen kann auch GOLD nicht die Welt retten. Natürlich nicht. Aber man kann sich im heuchlerischen Ich spiegeln und verstehen, dass es OK ist, Angst zu haben und sich machtlos zu fühlen; dass es OK ist, die Welt für eine Weile zu vergessen und in einem leckeren Getränk zu verschwinden. Das ist nicht das Richtige oder das Gute zu tun, aber es kann eine Überlebungsstrategie sein, fuck it zu schreien und feiern gehen.

3. Juni 2018Keine Kommentare

Interview bei This Is Jane Wayne

"Die Verantwortung, skandinavische Autor*innen zu entdecken und auf den jeweiligen Markt zu bringen, läge bei den ausländischen Verlagen. „Wie aber kann man eine Szene gut kennen und wissen, was zu veröffentlichen sich lohnt, wenn man gar nicht vor Ort ist?“, fragt Camilla. Sie würde gerne eine gemeinsame nordische Szene aufbauen und dabei helfen, ausländischen Verlagen Lust darauf zu machen, auch mal etwas anderes aus Skandinavien zu veröffentlichen, als Krimis. Immerhin"

- Julia Korbik

Interview mit Verlegerin Camilla Zuleger über Nord Verlag bei This Is Jane Wayne von Julia Korbik

Hier lesen

2. Juni 2018Keine Kommentare

Interview bei Girls Are Awesome

"You’d think that anything print in times like these would be something that less and less people invest into. But in fact, that couldn’t be further from the truth. The industry has actually never seen so many independent magazines; some even speak of an indie revolution. If you look closely, there’s a new magazine out (what feels like) every day, and stores are packed with tons of hyper-designed magazines fighting for your attention. In this industry, few people take on an even bigger challenge than making a print mag that aims to be successful. But Camilla Zuleger, founder of publishing house Nord Verlag, is one of those upping the challenge."

girlsareawesome.com

Verlegerin Camilla Zuleger spricht mit Monique Schröder über ihre Liebe zum Papier, Poesie und Selbstvertrauen.

Hier lesen.

10. März 2018Keine Kommentare

Literarisches Sixpack mit Victor Boy Lindholm

„Dieses Jahr wünsche ich mir, dass alle Politiker Kapitel 13. in Hannah Arendts „Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft“ lesen.“

Victor Boy Lindholm empfiehlt Hannah Arendt und fünf weitere Bücher bei Blog Bohème